Kleintierpraxis 14.04.2019

Untersuchungen zur Strahlenexposition von Haltepersonen bei HD-Aufnahmen des Hundes

Veterinary personnel radiation exposure resulting from HD radiography in dogs

Zusammenfassung
Bei der Anfertigung von Beckenaufnahmen zur gutachterlichen Bewertung auf Hüftgelenkdysplasie (HD-Aufnahmen) werden die Hunde meist manuell fixiert. Bisher liegen hierzu noch keine Daten zur Höhe der Strahlenexposition der Haltepersonen vor. Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher, durch die Messung von Ortsdosen die Strahlenexposition dieser Personen abzuschätzen. Dafür wurde geprüft, welchen Einfluss die Position der Halteperson im Raum, die Masse des Patienten und die Strahlenqualität auf die Höhe der Ortsdosis haben. Zudem wurde untersucht, welchen zusätzlichen Dosisbeitrag eine vorangestellte kurzzeitige Durchleuchtung zur Positionskontrolle mit sich bringt.

Die Messungen wurden in vier Höhen (100 cm, 130 cm, 150 cm, 170 cm über Fußbodenniveau) und in unterschiedlichen Abständen zum Zentralstrahl (30 cm, 60 cm, 90 cm) an zwei Hunden mit unterschiedlicher Körpermasse (18 kg, 45 kg) durchgeführt. Die Aufnahmen wurden mit zwei Kombinationen der Expositionsparameter (kleiner Hund: 79 kV, 9 mAs und 70 kV, 18 mAs; großer Hund: 85 kV, 9 mAs und 75 kV, 18 mAs) durchgeführt. Die Bildempfängerdosis betrug für alle Szenarien in etwa 5 μSv. Allen Aufnahmen wurde eine 5 s dauernde Durchleuchtung zur Positionskontrolle vorangestellt. Bei der Erzeugung von Aufnahmen wurde die höchste Ortsdosis mit 2,45 μSv auf 100 cm Messhöhe und im Abstand von 30 cm zum Zentralstrahl beim großen Hund gemessen. Auf Patientenniveau (100 cm) folgte die Dosisabnahme grob einer inversen quadratischen Funktion. Bei Aufnahmen mit höherem Röhrenstromzeitprodukt (18 mAs) und abgesenkter Röhrenspannung (70 bzw. 75 kV) wurden höhere Expositionswerte gemessen. Alle Dosiswerte der Durchleuchtung lagen bis zu 1,05 μSv. Die kumulierten Ortsdosen während einer kurzzeitigen Durchleuchtung zur Positionskontrolle fallen deutlich niedriger aus als die Ortsdosen für die Aufnahme.

Aus den Ergebnissen kann abgeleitet werden, dass bereits eine Vergrößerung des Abstands zum Patienten um wenige Zentimeter eine deutliche Absenkung der Ortsdosis bewirkt. Aufnahmen mit niedrigen Röhrenstromzeitprodukten und hoher Röhrenspannung gehen mit niedrigeren Ortsdosen einher als umgekehrt. Aufgrund des vergleichsweise niedrigen zusätzlichen Dosisbedarfs für eine kurzzeitige durchleuchtungsgestützte Positionskontrolle kann diese besonders bei schwierigen Lagerungen empfohlen werden. Wiederholungsaufnahmen erhöhen den Dosisbedarf.

Schlüsselwörter
Dosimetrie, Strahlenexposition, Ortsdosis, Durchleuchtung, Hüftgelenkdysplasie

Summary
For taking radiographs of the hip joints for hip dysplasia (HD) scoring, a person is usually required for positioning the dog during the X-ray. Until now, no data on the radiation exposure of such assistants have been available. The present study was aimed at assessing the personal radiation dose for these types of radiographs by measuring ambient doses. We investigated the impact of the position of the restraining person, the body weight of the patient, and the use of alternative exposure settings on the ambient dose. Furthermore, we determined the additional dose contribution of a preceding fluoroscopy, often used to control the positioning of the dog before taking the diagnostic radiographs.

The measurements were performed at four levels above the floor (100 cm, 130 cm, 150 cm, 170 cm) and at three distances lateral from the axis of the central beam (30 cm, 60 cm, 90 cm) with two dogs of different body weights (18 kg; 45 kg). The images were taken with two different exposure setting combinations (small dog: 79 kVp/9 mAs and 70 kV/18 mAs; large dog: 85 kVp/9 mAs and 75 kVp/18 mAs). The detector dose was 5 μSv in both cases. A fluoroscopy exposure time of 5 s was used for positioning control. The highest ambient dose measured was 2.5 μSv at a height of 100 cm and 30 cm away from the central beam axis in the large dog. At the height of 100 cm, the dose decrease with distance could be fitted to an inverse quadratic function. Additionally, the dose increased with increasing current-exposure time product (mAs) and decreasing tube voltage (kVp). All dose values for the fluoroscopy were less than 1.05 μSv. The ambient doses due to the fluoroscopy were, therefore, lower than for taking the diagnostic radiographs.

These results show that the ambient dose can be substantially reduced by increasing the distance from the patient by even a few centimetres. Radiographs with lower current exposure time products and higher tube voltages resulted in a lower local dose. The comparably low additional dose due to fluoroscopy justifies the use of this procedure, since it ensures good patient positioning; repeating radiographs would result in higher exposures.

Keywords
dosimetry, radiation exposure, local dose, fluoroscopy, hip dysplasia

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