Übertragung | COVID-19 30.03.2020

Positiv getestet: Verbreiten Katzen jetzt das Coronavirus?

Nachdem in Belgien eine Katze positiv auf das Coronavirus getestet wurde, gilt es Tierbesitzer erneut zu beruhigen. Katzen sind weder Virenschleudern, noch müssen sie abgegeben werden.

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Foto: Alena Ozerova - stock.adobe.com

  • In Belgien wurde eine Katze positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Doch auch wenn der Ursprung des Virus im Tier vermutet wird, in diesem Fall handelt es sich vermutlich eher um eine Anthropozoonose, also eine Übertragung vom Menschen auf das Tier, als vom Tier auf den Menschen.
  • Behörden sprechen von einem Einzelfall, der bei engem Kontakt zwischen Tier und infiziertem Menschen auftreten kann.
  • Positiv getesteten Tierhaltern wird geraten engen Kontakt mit ihren Tieren zu meiden.
  • Von Haustieren geht weiterhin keine Infektionsgefahr aus.
  • Ebenso sind feline Coronaviren nicht mit dem neuartigen Virus gleichzusetzen.

Als am Wochenende die Meldung aufploppte, dass eine Katze positiv auf SARS-CoV-2 getestet und in der letzten Woche der schwach positiv getestete Hund aus Hong Kong verstorben war, kam es erneut zu Verunsicherung unter Tierhaltern. Vor allem in den sozialen Netzwerken überschlugen sich die Befürchtungen: Müssen jetzt alle Katzen abgegeben werden? Verbreiten die Tiere das Virus? Kann ich mein Tier anstecken? Ebenso berichten Tierärzte davon, dass Tierhalter dazu neigen, alle Coronaviren über einen Kamm scheren und das recht bekannte feline Coronavirus, welches bei Katzen FIP auslöst, mit SARS CoV-2 gleichsetzen.

Tierärzte und TFAs sollten darüber aufklären, dass weiterhin kein Grund zur Sorge besteht, seriöse Informationsquellen nennen und Tierhalter beruhigen: Sie müssen ihre Katzen nicht abgeben. Ebenso sind Übertragungen des Virus vom Menschen auf Tiere selten. Die FIP-auslösenden felinen Coronaviren und auch die bei anderen Tierarten vorkommenden Coronaviren verursachen in der Regel Magen-Darm-Symptome, haben aber nichts mit dem neuartigen Coronavirus zu tun. Der Hund aus Hong Kong ist nicht an der Infektion mit dem Virus verstorben.

Hier werden häufige Besitzerfragen geklärt.

Weiterhin wird weltweit nach einer wirksamen Arznei und einem Impfstoff geforscht. Dabei wird auch ein altes Heilmittel geprüft: Die passive Immunisierung. Möglicherweise kann die Übertragung von Antikörpern von geheilten Infizierten akut Erkrankten helfen oder zur Vorbeugung eingesetzt werden. Blutserum wird ja auch in der Veterinärmedizin verwendet, z.B. gegen Rota- und Coronavirus bedingten Durchfall bei neugeborenen Kälbern.