Tierschutz | EU-Recht 24.11.2017

Verdurstet und gebrochen

Verstörende Bilder: Eine aktuelle ZDF-Reportage zeigt eklatante Missstände von Tiertransporten in Drittländer auf.

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Foto: Björn Braun 200% - Fotolia.com

Verantwortung abzugeben ist immer leichter als für Rechte einzustehen. Doch wer diese Bilder sieht weiß, wie falsch das ist - besonders im Falle von Tieren, die auf eine faire Behandlung durch den Menschen angewiesen sind. Die Reportage „Geheimsache Tiertransporte“ deckt zum wiederholten Male massive Tierschutzverstöße bei Transporten von Schlachttieren in EU-Drittländer auf. Hitze, Durst, Geburten und gebrochene Beine zeigen eine elende Realtiät. Das Problem: Scheinbar interessiert es niemanden, ob tierschutzrechtliche Bestimmungen nach Grenzübertritt noch eingehalten werden,. Dabei erfüllten die Transport- und Schlachtbedingungen laut BTK-Präsident Uwe Tiedemann in den Zielländern mitle gesagt "nicht einmal annähernd EU-Standards.“ Kontrollen gibt es trotzdem keine.

Nicht nur die Bundestierärztekammer, auch Landwirtschaftverbände sowie der deutscheTierschutzbund sind alamiert und rufen die Regierung zu unverzüglichem Handeln auf.

„Es müssen endlich nachhaltige Maßnahmen ergriffen werden, die sicherstellen, dass tierschutzrechtliche Vorschriften erfüllt werden. Andernfalls dürfen Transporte von lebenden Tieren in Drittländer wie Türkei, Libanon oder Ägypten von den EU-Mitgliedsstaaten nicht mehr durchgeführt werden!“ fordert Tiedemann und ruft zu mehr Verantwortung auf: „Jeder, der einen Tiertransport auf den Weg schickt, trägt auch eine Verantwortung für den Schutz dieser Tiere – diese Verantwortung endet nicht an der Grenze!“ Dieser Forderung stimmt auch der Präsident des deutschen Tierschutzbundes zu und appeliert an die Politik: „Die derzeit geschäftsführende Bundesregierung muss ihren ganzen Einfluss auf EU-Ebene einsetzen, damit diese bisher offenbar politisch geduldete Tierqual ein Ende hat“, so Thomas Schröder. Auch ein vollständiges Verbot von Schlachttiertransporten in Drittländern wird gefordert: Johannes Röring vom Landwirtschaftsverband Westfalen-Lippe an die Politik, den Bund und die Europäische Union entsprechende Regelungen in Gesetze zu gießen.

Seit einem Urteil des europäischen Gerichtshofs in 2015 sollten die Bestimmungen der EU-Tierschutztransportverordnung eigentlich auch außerhalb der EU gelten. Die Frage ist, ob das geltende EU-Recht außerhalb der Grenzen auch eingefordert werden kann?

Lesen Sie hier, welche Forderungen die Bundestierärztekammer stellt. Die Reportage können Sie in der Mediathek des ZDF sehen.