Vergleich von Injektionsnarkose-Protokollen bei der Kastration von Warmbluthengsten

Das Ziel der Untersuchung war es, den Einfl uss von zwei etablierten Injektionsnarkose-Protokollen als Triple-Drip-Infusionsanästhesie (Xylazin und Ketamin in 5%iger Guaifenesin-Lösung) und wiederholten Bolus-Applikationen (Xylazin, Ketamin) hinsichtlich Operations-, Anästhesie- und Aufstehqualität bei der Hengstkastration unter Feldbedingungen zu vergleichen. Zudem erfolgte eine Evaluierung des Einfl usses von intratestikulär appliziertem Lidocain.

Dazu wurden 49 Hannoveraner Hengste randomisiert in vier Gruppen eingeteilt. Nach Prämedikation (Flunixin-Meglumin, Xylazin, Butorphanol) und Anästhesieeinleitung (Diazepam, Ketamin) erfolgte die Aufrechterhaltung in Gruppe BOLUS mit wiederholten Applikationen von Xylazin (0,25 mg/kg KG) und Ketamin (1 mg/kg KG) in Abständen von zehn Minuten und in Gruppe DRIP mittels Dauertropfi nfusion von Xylazin (1 mg/kg/h), Ketamin (4 mg/kg/h) und Guaifenesin (100 mg/kg/h). In beiden Gruppen wurde präoperativ entweder Lidocain (200 mg) oder Kochsalzlösung (10 ml) in beide Hoden verabreicht. Sowohl der Anästhesist als auch der Chirurg waren bezüglich der Gruppeneinteilungen verblindet. Die Anästhesiequalität wurde mittels eines einfach beschreibenden Scores beurteilt. Die Operationsqualität wurde anhand des Tonus des M. cremaster (Score 1–4) und die Aufwachqualität mithilfe eines Scores von 11–100 (Clark-Price et al. 2008) bewertet. Für die statistische Auswertung wurde ein Signifikanzniveau von p ≤ 0,05 verwendet. Die Operationsqualität war in Gruppe DRIP besser als in Gruppe BOLUS und wurde durch die intratestikuläre Injektion von Lidocain nochmals verbessert. In Gruppe DRIP war die Aufstehphase kürzer (21 Minuten) und besser (15 Punkte) als in Gruppe BOLUS (42 Minuten; 22 Punkte). Zusammenfassend bot die Infusionsnarkose mittels Triple-Drip, bestehend aus Xylazin, Ketamin und Guaifenesin, eine bessere Operationsqualität und kürzere und sicherere Aufstehphase im Vergleich zur wiederholten Bolus-Applikation. Die intraoperative Nozizeption konnte durch die Lokalanästhesie der Hoden verringert und die Operationsqualität damit verbessert werden.


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Autoren: Twele L, Hopster K, Bienert-Zeit A, Rohn K, Kästner S

Quelle: Der Praktische Tierarzt 98, Heft 07/2017

 © Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG





Vergleich von Injektionsnarkose-Protokollen bei der Kastration von Warmbluthengsten

Autor:
Twele L, Hopster K, Bienert-Zeit A, Rohn K, Kästner S
Quelle:
Der Praktische Tierarzt 98, Heft 07/2017
Anzahl ATF-Stunden:
1
Artikel zur Fortbildung:
Vergleich von Injektionsnarkose-Protokollen bei der Kastration von Warmbluthengsten
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