Journal Club 01.03.2010

Welpenfütterung in der Schweiz

Fütterung: Hundewelpen zeigen je nach Rasse und Ernährung sehr unterschiedliche Entwicklungen der Körpermasse.

Zur Ernährung während des Wachstums gibt es zahlreiche Empfehlungen, unter anderem auch von den Züchtern. Die physiologische Größenzunahme ist vom dritten bis sechsten Lebensmonat am ausgeprägtesten. Diese Phase stellt deshalb die größte Herausforderung an die korrekte Haltung und Fütterung dar. Wenn die Tiere in diesem Zeitraum zu schnell wachsen, können Knochenwachstumsstörungen auftreten. Ebenso kann eine unausgewogene Versorgung mit Mineralstoffen, vor allem mit Kalzium und Phosphor, einen negativen Einfluss haben.

In den letzten Jahren haben die verschiedenen Futtermittelfirmen ihre Futtermittelzusammensetzung an die ernährungsphysiologischen Besonderheiten von großen und kleinen Rassen angepasst. Ziel der vorliegenden Arbeit war es nun, zu überprüfen, ob die in der Schweiz gefütterten Rationen für Welpen in den verschiedenen Wachstumsphasen bedarfsgerecht sind. Hierfür wurden Züchter und die neuen Besitzer von acht verschiedenen Hunderassen zum Thema Welpenfütterung in der Schweiz befragt. Neben der Beantwortung des Fragebogens zu Haltung und Fütterung des Welpen beinhaltete die Teilnahme das wöchentliche Wiegen der Tiere sowie das genaue Protokollieren der verfütterten Futtermenge. Insgesamt nahmen 67 Hundezüchter und 131 neue Besitzer der Welpen teil.

83,1 % der teilnehmenden Züchter gaben an, dass sie während der Aufzucht ausschließlich Fertigfutter verwendeten. 8,5 % ergänzten das Fertigfutter ab und zu mit einer Fleisch-Flocken-Mahlzeit. 4,5 % der Züchter gaben ihren Welpen ausschließlich Fleisch und Flocken. Lediglich 1,4 % der Züchter verzichteten vollkommen auf Fertigfutter. Im Alter von neun, zwölf und 20 Wochen waren fast alle Welpen sehr hoch mit Mineralien und Rohprotein versorgt. So war die Phosphor-Versorgung fast doppelt so hoch im Vergleich zu den Empfehlungen. Die tägliche Energieversorgung lag nur in der zwölften und 20. Lebenswoche unter den theoretischen mittleren Bedarfsempfehlungen.

Die Überfütterung stellt in der Aufzucht ein großes Problem dar. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, dass die Rationen der jeweiligen Wachstumsphase und damit auch dem theoretisch errechneten Gewicht angepasst werden, damit die Tiere nicht zu schnell wachsen, was zu erheblichen gesundheitlichen Folgen führen kann. In Bezug auf die Rationsüberprüfung und die Aufnahme an Nährstoffen im Vergleich zur Gewichtsentwicklung konnten über die Menge der aufgenommenen Muttermilch in dieser Studie keine genauen Angaben gemacht werden; sie konnten lediglich geschätzt werden. Das Gewicht der Welpen zwischen fünf und sieben Wochen lag jedoch bei allen Rassen auf oder sogar leicht über der idealen Wachstumskurve. Dies bedeutet, dass die Tiere bedarfsdeckend beziehungsweise mit Energie überversorgt waren. Bei der Beantwortung des Fragebogens betreffend Fütterung und Haltung gab es weder bei den Züchtern noch bei den Besitzern Unterschiede zwischen den verschiedenen Rassen. Einzig die Frage der ad-libitum Fütterung wurde deutlich häufiger von den Züchtern der kleine Rassen mit „ja“ beantwortet. Wahrscheinlich kann dies durch die Tatsache erklärt werden, dass den Züchtern großer Rassen die Nachteile einer zu schnellen Gewichtszunahme mit gesundheitlichen Konsequenzen bewusster sind.

Insgesamt haben die Untersuchungen gezeigt, dass die Welpen in der Schweiz gemäß den geltenden Bedarfsnormen gefüttert werden. Die Versorgung mit einigen Nährstoffen wie Protein und Phosphor lag leicht über den Bedarfszahlen, aber dennoch im Toleranzbereich. Für die Aufzucht der Welpen wird vor allem kommerzielles Trockenfutter verwendet, mit dem sich die Tiere während der ersten sechs Monate normal entwickeln.

(Quelle: A. Liesegang et al. (2009): Welpenfütterung in der Schweiz. Schweiz. Arch. Tierheil. 151 (11), 521–528.)

© Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG