Zoonose | Bakterien 20.06.2018

Wenn Katzen kratzen

Bei unspezifischen Symptomen auch mal an Bartonellen denken: Da die Seroprävalenzen bei Katzen recht hoch sind, können sich Tierärzte leicht mit den Stäbchenbakterien infizieren.

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Foto: Julija Sapic - stock.adobe.com

Durch den täglichen Kontakt mit Tieren und ihren Ektoparasiten sind Tierärzte einer Vielzahl zoonotischer Krankheitserreger ausgesetzt. Bartonellen sind gramnegative Stäbchenbakterien, die meist von blutsaugenden Arthropoden aufs Tier übertragen werden. Vor allem wehrhafte Katzen, die Bartonella henselae in sich tragen, können durch Kratzer und Bisse bzw. infizierten Flohkot die Katzenkratzkrankheit übertragen. Diese führt meist zu einer einseitigen Lymphadenitis mit begleitender Lymphknotenschwellung, aber auch Fieber, Kopfschmerzen sowie Haut-und Schleimhautläsionen. Mögliche Komplikationen sind Endokarditiden, das okuloglanduläre Syndrom, Enzephalopathien, Neuroretinitis und Osteomyelitis. Schwere Verläufe sind vor allem bei immunsupprimierten Personen möglich.

Hohe Seroprävalenzen
Doch wie häufig sind Bartonella-Infektionen überhaupt?
Laut einer aktuellen Studie gibt es inzwischen viele Fallberichte, die eine Übertragung von B. henselae, aber auch anderer Spezies wie B. quintana von Hunden und Katzen auf Tierärzte beschreiben. Die Seroprävalenzen sind mit 14 Prozent bei Hunden und 30 Prozent bei Katzen relativ hoch. Somit sollte gerade bei immungeschwächten Tierärzten mit unspezifischen Krankheitssymptomen, für die keine andere Ursache gefunden werden kann, auch an eine Bartonella-Infektion gedacht werden. Als klinisch gesichert gilt der Infekt, wenn die Symptome passen, andere Krankheitsursachen ausgeschlossen wurden, die Testergebnisse von Kultur, PCR und Serologie positiv sind und der Patient auf ein Antibiotikum anspricht. lp