Virologie | Pferd 18.05.2020

Wie wirkt das equine Coronavirus?

Schlapp und fiebrig: Wir stellen die Wirkung des equinen Coronavirus (ECoV) auf Pferde und die einzuleitende Therapie vor.

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Foto: M. Großmann - pixelio.de

- Das Virus kommt seit zehn Jahren in Europa, den USA und Japan vor und betrifft vor allem adulte Pferde.
- Erkrankte Tiere sind fiebrig und teilnahmslos. Selten kommt es zur Enzephalopathie infolge einer Hyperammonämie.
- Das Virus kann im Kot nachgewiesen werden.
- Die Therapie erfolgt symptomatisch. Eine Hyperammonämie ist frühzeitig mit oraler Laktulose oder Neomycinsulfat zu therapieren.

Das Virus
Ausbrüche des equinen Coronavirus (ECoV) treten seit 2010 in Europa, den USA und Japan auf. Die Virusprävalenz liegt bei zwei bis sechs Prozent der untersuchten Proben. Das Virus betrifft vor allem erwachsene Pferde, bei Fohlen wird es seltener und meist im Gefolge anderer Durchfallerreger nachgewiesen. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral. Die Inkubationszeit beträgt 48 bis 72 Stunden, klinische Symptome bestehen für einige Tage bis zu einer Woche. Die Virusausscheidung wurde nach experimenteller Infektion vom dritten Tag an beobachtet und kann unter Feldbedingungen bis zu 25 Tage anhalten. Die Persistenz des Erregers in der Umwelt wurde noch nicht untersucht; ähnliche Viren überdauern im Kot bei Raumtemperatur drei Tage, bei Kälte wahrscheinlich länger.

Die Erkrankung
Die Morbidität bei natürlichen Ausbrüchen liegt bei zehn bis 83 Prozent. Todesfälle sind selten. Erkrankte Pferde sind meistens anorektisch (97 Prozent), teilnahmslos (88 Prozent) und haben Fieber von 38,6 bis 41,0 °C (83 Prozent). Später können Durchfall (23 Prozent) und/oder Kolik (19 Prozent) hinzukommen. Drei Prozent der erkrankten Pferde entwickeln eine Enzephalopathie, manchmal infolge einer Hyperammonämie nach Entgleisung der Darmmikrobioms und Zusammenbrechen der Darmschranke. Die Diagnose wird anhand von klinischem Bild, hämatologischen Veränderungen (Neutro-/Lymphopenie), Ausschluss anderer Ursachen und ECoV-Nachweis im Kot gestellt.

Die Therapie
Bei mildem Verlauf ist keine Therapie erforderlich. Halten die klinischen Symptome länger als 24 Stunden an, können nichtsteroidale Antiphlogistika erwogen werden. (Cave: intestinale Nebenwirkungen, Nutzen/Risiko abwägen!) Bei Durchfall, Kolik und Dehydrierung ist eine parenterale und/oder enterale Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution indiziert. Bei Anzeichen einer Endotox­ämie und/oder Septikämie sind Antibiotika und gastrointestinale Protektiva zu erwägen. Hyperammonämie ist abzuklären und ggf. frühzeitig mit oraler Laktulose oder Neomycinsulfat zu therapieren. Christiane Fetzer

Zur Studie kommen Sie hier.