Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 23.10.2018

African swine fever outbreak investigations in a large commercial pig farm in Latvia: a case report

Untersuchungen eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in einem großen kommerziellen Schweinebestand in Lettland: ein Fallbericht

Summary
In Mid-January 2017 a large commercial pig breeding farm in Latvia with almost 5000 animals was affected by African swine fever (ASF). Epidemiological investigations using a hypothesis based approach were conducted to trace the source of virus and to reconstruct the course of the disease until notification. Although the farm was located in an area where the disease is circulating in the wild boar population, it was found highly unlikely that wild boar might have played a direct role in this outbreak. Management inconsistencies related to human behavior proved to be the main vulnerabilities for virus introduction. Farm management did not fulfill biosecurity requirements in all aspects to prevent virus introduction. Therefore, the human factor could not be ruled out and has been considered to be the most serious risk factor. Most probably the ASF virus entered the farm beginning of December 2016, about six weeks before disease confirmation.
It was concluded that early detection of ASF by passive surveillance is most crucial and has to be improved. In risk areas dead pigs should be compulsory tested for ASF even if farm mortality is below the normal threshold.

Keywords
Outbreak investigation, Biosecurity, African swine fever

Zusammenfassung
Mitte Januar 2017 kam es zu einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einer großen kommerziellen Schweinezuchtanlage in Lettland. Es waren fast 5000 Tiere betroffen. Um die Quelle des Virus nachzuverfolgen und den Verlauf der Krankheit vor der Anzeige zu rekonstruieren, wurden epidemiologische Nachforschungen durchgeführt. Obwohl sich der Betrieb in einem Gebiet, in dem die ASP innerhalb der Wildschweinepopulation zirkuliert, befand, wurde es als sehr unwahrscheinlich angesehen, dass das Wildschwein eine direkte Rolle in diesem Ausbruchsgeschehen gespielt hat. Es konnte nachgewiesen werden, dass Unregelmäßigkeiten im Management, die mit menschlichem Verhalten zusammenhingen, die größten Schwachstellen hinsichtlich des Viruseintrags darstellten. Das Betriebsmanagement erfüllte nicht in allen Bereichen die Biosicherheitsanforderungen, um einen Viruseintrag zu verhindern. Dementsprechend konnte der Faktor Mensch nicht ausgeschlossen werden und wurde als wichtigster Risikofaktor angesehen. Sehr wahrscheinlich kam es zu Beginn Dezember 2016, sechs Wochen vor Krankheitsbestätigung, zum ASP-Viruseintrag.
Schlussfolgernd ist die Früherkennung von ASP durch passive Überwachung wesentlich und muss verbessert werden. In Risikogebieten sollten tote Schweine verpflichtend auf ASP getestet werden, selbst wenn die Mortalität des Betriebes unterhalb des normalen Grenzwertes liegt.

Schlüsselwörter
Ausbruchsuntersuchung, Biosicherheit, Afrikanische Schweinepest

Downloadartikel

Kostenloser Download

Klicken Sie hier, wenn Sie den Artikel BMTW_OA_18031_Lamberga (1.15 MB) als PDF herunterladen wollen.

Weitere Informationen zum Beitrag

© Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG