Kleintierpraxis 14.10.2019

Ernährung von Hunden: Gutes Protein, schlechtes Protein, zu viel Protein, zu wenig Protein – Fakten und Fiktionen

Canine nutrition: Good protein, bad protein, too much protein, too little protein – facts and fiction

Zusammenfassung
Für eine bedarfsdeckende Proteinversorgung des Hundes sind Menge und präzäkale Verdaulichkeit des Nahrungsproteins und der Aminosäuren eines Futtermittels entscheidend. Die Proteinaufnahme wird dabei durch die Art der Proteinquelle, die Interaktion mit anderen Futterbestandteilen sowie die technologische Verarbeitung des Futters beeinflusst. Zudem sind beim Hund tierindividuelle Unterschiede in der Verdaulichkeit des Rohproteins zu berücksichtigen. Eine einseitig massiv erhöhte Proteinzufuhr kann zu einer Veränderung der Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota und Steigerung der mikrobiellen Eiweißfermentation im Dickdarm führen. Damit verbunden ist eine Zunahme mikrobieller Fermentationsprodukte wie Ammoniak und biogene Aminen, die im Zusammenhang mit dem Auftreten von Verdauungsstörungen beim Hund stehen können. Bei der Bewertung von neu aufkommenden Ernährungstrends, selbst hergestellter Futtermischungen und auch kommerzieller Futtermittel sollte deshalb auf eine bedarfsgerechte
Zufuhr von Rohprotein geachtet werden. In der Regel werden die wissenschaftlichen Empfehlungen zur Protein- und Aminosäurenversorgung in der Fütterungspraxis überschritten, Mangelsituationen sind unter heutigen Bedingungen sehr selten. Gesunde Hunde können mit einer bedarfsüberschreitenden Proteinversorgung ernährt werden, bei Funktionseinschränkungen von Leber und Nieren sind jedoch eine Überprüfung und Adaptation der Ration erforderlich.

Schlüsselwörter
Hunde, Protein, Verdaulichkeit, Futtermittel, Proteinfermentation

Summary
The quantity and digestibility of crude protein and amino acids of a feed are crucial to ensure an adequate protein supply for the dog. Protein ingestion is influenced by the type of protein source, the interaction with other feed components and the technological processing of the feed. In addition, individual differences in the digestibility of crude protein in dogs must be taken into account. Excessive protein intake can lead to a change in the composition of intestinal microbiota and increase microbial protein fermentation in the large intestine. This is associated with a rise in microbial fermentation products such as ammonia and biogenic amines, which may be related to the occurrence of digestive disorders in dogs. When evaluating emerging nutritional trends and commercial feeds, care should be taken to ensure that the intake of crude protein meets the nutritional needs of the dog. Often, the scientific recommendations for protein and amino acid supply are surpassed in feeding practice, and deficiency situations are very rare under today’s conditions. Healthy dogs can be fed with an excess protein supply, but liver and kidney function restrictions require careful diet assessment and adaptation.

Keywords
dog, crude protein, digestibility, pet food, protein fermentation

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